Die Industrialisierung 4.0 mit ihren Herausforderungen und Konsequenzen

Wirtschaft, Handel und Industrialisierung waren schon immer im Wandel – stetige Umbrüche, Erfindungen, neue Wege und Möglichkeiten prägten die vergangenen Jahrhunderte wie nie zuvor. Dabei entwickelten sich vor allem die nationalen Volkswirtschaften kontinuierlich weiter, bis zum heutigen Zeitpunkt, zu dem ein globales riesiges System existiert, das unzählige Verflechtungen, Abhängigkeiten und ein Phänomen namens Digitalisierung beherbergt.

Doch wie konnte diese enorme Entwicklung überhaupt stattfinden? Was waren die Zwischenstationen zwischen den mittelalterlichen Bauernhöfen und der heutigen Digitalisierung? Im Folgenden findest Du die Stufen der Industrialisierung von den Anfängen im frühen 19. Jahrhundert bis heute.

Industrialisierung 4.0 | Peter Stuhlmann

Industrialisierung 4.0 Foto: Pixabay

Welche Phasen durchlief die Industrialisierung?

Die Industrialisierung 1.0

Um 1800 herum begann der Erfolg eines neuen Phänomens: Die Massenproduktion von Maschinen, Gütern und Werkzeugen sowie neue Energiequellen erschienen wie eine Revolution. Webstühle und Druckermaschinen konnten mit Dampf betrieben werden, Fabriken stellten große Stückzahlen her und als Folge wuchsen die Wirtschaft und der Wohlstand rasch. Außerdem entstanden in den brandneuen Fabriken neue Arbeitsplätze – der Beruf des Fabrikarbeiters war geboren.

Die Industrialisierung 2.0

Hier war das große Novum die Erfindung und breite Einführung der Elektrizität am Ende des 19. Jahrhunderts. Dadurch waren Licht und Strom zum ersten Mal allen zugänglich, Maschinen, die mit Elektrizität betrieben wurden, steigerten die Produktionsmengen noch mehr. Als dann 1886 auch das erste Automobil auf den Markt kam, ersetzen die neuen Fahrzeuge die Post- und Beförderungskutschen. Der Verkehr nahm in Folge dessen zu, die Menschen reisten nun öfter über die Meere und auch die Handelsbeziehungen florierten durch die ausgedehnten Transportwege.

Industriegebiet | Industrialisierung 4.0 | Peter Stuhlmann

Industriegebiet. Foto: Pixabay

Die Industrialisierung 3.0

Sie begann in der 1970er Jahren als die ersten Computer, die noch einen riesigen Umfang hatten, begannen, systematische Aufgaben und Organisation zu übernehmen. Der Sprung zum ersten erhältlichen PC für die breite Masse war eine neue Sensation, plötzlich konnte jeder elektronisch Mails schreiben und den Computer rechnen lassen.

Die Industrialisierung 4.0 oder die Digitalisierung

Heute befinden wir uns in der vorerst letzten Phase, der Digitalisierung, die etwa um die Jahrtausendwende begann. Fabriken produzieren heute keine großen Bestände mehr, stattdessen regelt ein kompliziertes Netz aus Computern und anderen Sensoren den just-in-time Warenverkehr und die Produktion. Viele Berufszweige werden zunehmend elektronischer und Arbeitskräfte werden überflüssig – Computer sind schließlich nie krank oder im Urlaub.

Kommunikation findet nur noch der Nostalgie halber über Briefe statt, das Medium der Digitalisierung schlechthin ist das Smartphone, das beinahe jeder bei sich hat. Die Märkte sind weltweit miteinander verbunden, große Konzerne, die „Global Players“, produzieren und verkaufen über Kontinente hinweg. Es treten fortwährend neue Fragen zur Vereinbarkeit von Mensch und Elektronik auf. Auch die Frage, wie lange die menschliche Arbeitskraft noch benötigt werden wird, ist offen.

Wie wird sich die Digitalisierung auf unser heutiges Leben auswirken?

Die Meinungen zur Digitalisierung sind gespalten, einige sehen vor allem Vorteile in der weiteren Technologisierung, andere warnen vor sozialer Spaltung, Massenarbeitslosigkeit und Kontrollverlust. Einer der erfolgreichsten deutschen Unternehmer im Bereich der Digitalisierung und des Marketings, Frank Thelen, sagte dazu: „Wenn wir es richtig machen, wird sich unser gesamtes Leben durch Digitalisierung verbessern. Die einstige Utopie, wir können Maschinen für uns arbeiten lassen, steht kurz vor der Vollendung.“

Doch wie realistisch ist diese Aussage? Gilt sie für alle Menschen in Deutschland, auch die, die durch die Digitalisierung ihren Job verloren oder an Einkommen eingebüßt haben?

Schafft die Digitalisierung neue Arbeitsplätze oder vernichtet sie diese?

Es ist unbestreitbar, dass Erfindungen wie Smartphones, Tablets, Computer oder spezielle Software wie beispielsweise SAP hunderttausenden Menschen Arbeit verschaffen. Ob in der Produktion, dem Marketing, im Vertrieb oder im Liefergewerbe: In Deutschland ist die Arbeitslosigkeit niedrig und die Digitalisierung ist der Grund dafür. Oder?
In Wahrheit sind bereits heute viele Berufe entweder nicht mehr existent oder beschäftigen nur noch einen Bruchteil der Menschen, die vor 15 Jahren dafür notwendig waren.

Gute Beispiele – nur einige unter vielen – sind die Baubranche, die Massenproduktion, das Druckergewerbe und der Einzelhandel. Um mit letzterem zu beginnen, lohnt sich ein Blick in die Pläne von großen Unternehmen wie Amazon oder IKEA: Bereits jetzt übernehmen immer mehr elektronische Kassenautomaten die Arbeit, die zuvor Kassierer erledigt hatten. Das spart hohe Personalkosten, die Neuanschaffung und Wartung der Maschinen lohnt sich da auf lange Sicht. Dieser Trend scheint ungebrochen zu sein, es gibt bereits erste Geschäfte, in denen gar keine menschlichen Mitarbeiter mehr beschäftigt sind. Der Ausbau der KI, der künstlichen Intelligenz (bzw. AI für artificial intelligence), die immer mehr Aufgaben eines menschlichen Angestellten übernehmen kann, macht es möglich.

Auch in Fabriken, den einstigen Zugtieren der Mittelschicht und sicherer Arbeitsplatz für Generationen, sind immer weniger Menschen beschäftigt. Maschinen übernehmen alle manuellen Tätigkeiten, organisieren den Transport und die Lieferung. Nicht einmal der klassische Vorarbeiter wird mehr gebraucht, stattdessen überwacht ein Software-Programm den reibungslosen Ablauf in der Halle und misst stichprobenartig die Qualität. Das belegen auch Studien: In den 1970er Jahren lag der Anteil des industriellen Sektors am Arbeitsmarkt noch bei 45 %, heute sind es nur noch knapp 22 %.

Digitalisierung | Industrialisierung 4.0 | Peter Stuhlmann

Digitalisierung. Foto: Pixabay

Wie sieht die Zukunft unter der Digitalisierung aus?

In der Zukunft ist keine Trendwende abzusehen: Durch die verstärkte Forschung und Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz wird der Umfang elektronischer Arbeitskraft noch zunehmen. Piloten haben bereits vor Jahren durch die Installation von Flug- und Navigationsprogrammen einen großen Teil ihrer Aufgaben an ferngesteuerte Technik verloren, heute sitzen Haupt- und Co-Pilot tatsächlich nur noch für die Durchführung des Abflugs und der Landung im Cockpit.

Vom heutigen Standpunkt aus ist diese Zukunft nicht gerade strahlend, besonders Menschen mit mittlerer oder keiner technischen Qualifizierung werden auf dem freien Arbeitsmarkt enormen Schwierigkeiten begegnen. Auch ältere Angestellte, die im Zuge der Technologisierung entlassen werden, tun sich bereits heute schwer, eine neue Arbeit zu finden. Eine sozialverträgliche Lösung, die den gesellschaftlichen Frieden wahren und das Abhängen vieler Menschen verhindern könnte, wäre das bedingungslose Grundeinkommen. Damit wäre keine Person mehr von der unaufhaltsamen Industrialisierung 4.0 in ihrer Existenz bedroht.


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